Gemeinsam die Berge bezwingen

Hallo ihr! 🙂

Nach einer sehr langen Zeit, melde ich mich auf meinem Blog wieder zurück. Leider habe ich mit meinem Praxissemester unglaublich wenig Zeit für das Schreiben, was sich ab August dann auch wieder ändern wird.

Dafür habe ich für euch etwas ganz tolles vorbereitet. Nachdem ich super viele liebe Nachrichten auf Instagram von euch erhalte und mit vielen lieben Menschen ins „Gespräch“ komme, dachte ich mir, es wäre toll mit euch gemeinsam eine Wanderung zu starten. Wohin es gehen soll und wie diese Wanderung aussehen wird, erzähle ich euch in diesem Blogpost.

Ich habe mir überlegt, mich mit euch in Oberstdorf im Allgäu zu treffen. Ich liebe liebe liebe diese Gegend und war schon einige Male dort. Letztes Jahr habe ich alleine eine Hüttentour gemacht, zu der auch bald ein Blogpost online kommen wird. Warum das Allgäu? Es ist super gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen, es ist nicht allzu weit entfernt, es gibt eine unglaublich schöne Landschaft und ich würde euch diese tolle Gegend gerne zeigen. Nun zu der Wanderung:

Start wäre der Freitag 17.08.2018 um 11.00 Uhr in Oberstdorf am Bahnhofsplatz, direkt vor dem Eingang des Bahnhofs. Ich werde von Nürnberg anreisen, wer ebenfalls aus dieser Ecke kommt, kann sich gerne bei mir melden. Falls ihr von weiter weg kommt könnt ihr vorher auch eine Nacht in Oberstdorf schlafen, es gibt dort auch einige günstigere Unterkünfte.

Gemeinsam fahren wir dann ca. 25 Minuten mit dem Bus bis zur Haltestelle Birgsau. Von dort aus startet unsere Wanderung hinauf auf die Rappenseehütte. Auf dieser Hütte war ich letztes Jahr und ich zähle sie zu eine der schönsten Hütten auf der ich bis jetzt war. Ich hatte damals super Glück mit dem Wetter und der Sonnenuntergang war unbeschreiblich!

Tag 1 Haltestelle Birgsau – Rappenseehütte:

  • Aufstieg über die Enzianhütte dauert ca. 5 Stunden; 1143 Hm; 8,47 km
  • DAV Mitglied (Matratzenlager): 11€; Nicht-Mitglied: 22€

Ich habe letztes Jahr etwas weniger als 5 Stunden gebraucht. Meiner Meinung nach ein leicht begehbarer Weg, jedoch sollte eine gewissen Kondition gegeben sein. Außerdem gibt es ja eine Einkehrmöglichkeit bei der Enzianhütte! 😉

Tag 2 Rappenseehütte – individuell zu gestalten:

  • wieder von der Rappenseehütte nach Birgsau absteigen
  • zur Mindelheimer Hütte wandern. Das habe ich letztes Jahr gemacht. Wie oben schon genannt, werde ich demnächst einen Blogpost dazu schreiben. Der Weg ist gut machbar, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sollten jedoch trotzdem gegeben sein. Für die Strecke habe ich ca. 4 Stunden gebraucht; 9,8km; ca. 600Hm
  • letzte Option: mit mir weiter zur Kemptner Hütte laufen. Ja, ich werde bis Dienstag 21.08.2018 in den Bergen unterwegs sein. Für mich geht es von der Rappenseehütte weiter zur Kemptner Hütte, zum Prinz-Luitpold-Haus, zum Edmund-Probst-Haus und dann wieder hinunter nach Oberstdorf. Bitte beachtet, dass diese Strecke nur für geübte Wanderer geeignet ist. Eine Klettersteigausrüstung ist zwar nicht nötig, dennoch sind einige Teilabschnitte drahtseilgesichert. Ihr solltet sehr gute Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit mitbringen. Ich denke, dass es durchaus machbar ist und würde mich freuen, wenn mich der/die eine oder andere von euch begleitet. Die Tour muss auch nicht bis zum Edmund-Probst-Haus zu Ende gewandert werden. Es gibt zum Beispiel auch bei der Kemptner Hütte Möglichkeiten für einen früheren Abstieg.

Abgesehen von dem Aufstieg zur Rappenseehütte, habe ich keine dieser Touren bisher gemacht. Ich habe alle Informationen aus dem Internet und bin über den einen oder anderen Erfahrungsbericht von euch dankbar.

Falls das Wetter nicht auf unserer Seite sein sollte, würde ich die Wanderung auf den 31.08.2018 oder 07.09.2018 verschieben. Aber hoffen wir doch alle, dass die Sonne auf unserer Seite ist! 🙂

Nochmal alle wichtigen Informationen:

  • Start: 17.08.2018; 11 Uhr
  • Treffpunkt: Bahnhofsplatz in Oberstdorf, vor dem Bahnhof-Eingang
  • WICHTIG!: ihr solltet euren Schlafplatz auf der Rappenseehütte unbedingt vorher reservieren. Ebenso falls ihr danach noch weiter wollt bzw. mit mir die Tour fortsetzen wollt. Geht einfach auf die jeweilige Homepage der Hütte und dort findet ihr einen Link für das Portal HüttenHoliday. Ich habe heute gebucht und bei der Kemptner Hütte gibt es nur noch wenige Plätze! Also, geht ganz schnell und ihr habt sicher einen Schlafplatz! (bis 2 Tage vorher könnt ihr kostenlos stornieren)
  • Eine Packliste findet ihr ebenfalls hier auf meinem Blog

Ich hoffe, dass ihr Zeit und Lust habt dabei zu sein. Ich würde mich riesig freuen, wenn ihr mir kurz Bescheid gebt ob ihr euch auch einen Schlafplatz reserviert habt und somit dabei seid 🙂

Ihr könnt mir bei Fragen gerne auf Instagram oder hier auf dem Blog schreiben. Ebenso falls ich wichtige Informationen vergessen haben sollte.

Macht´s gut,

eure Lisa

 

 

 

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Auszeit im wunderschönen Lenggries

Mein Praxissemester hat begonnen und keine zwei Tage später lag ich mit einer ziemlich schlimmen Erkältung flach. Die Umstellung vom Uni-Leben zum Arbeiten fiel mir in der ersten Zeit nicht leicht und ich war froh, dass endlich das Wochenende vor der Tür stand!

Für uns ging es von Freitag bis Sonntag in das wunderschöne Arabella Brauneck Hotel in Lenggries, im Tölzer Land. Freitag Abend kamen wir voller Vorfreude an. Wir wurden super herzlich empfangen und durften gleich unser Zimmer beziehen. Die Rucksäcke schnell in die Ecke gestellt, ging es für uns runter zum Abendessen. Da wir ein Doppelzimmer mit Halbpension hatten, konnten wir das Buffet in vollen Zügen genießen und die Getränke waren ebenfalls inklusive. Natürlich könnt ihr auch euer Essen á la carte bestellen. Es war einfach unglaublich lecker und für Jeden etwas dabei. Vom Salatbuffet über Fisch- und Fleischgerichte war alles geboten! Natürlich wurde auch an uns Vegetarier gedacht 🙂 Und weil ich Nachspeisen liebe, durfte diese auch nicht fehlen! Nach dem Essen haben wir den Abend an der Hotelbar ausklingen lassen. Auch hier gibt es eine tolle Auswahl an Getränken und Cocktails. Mein Herzensmann und ich haben den nächsten Tag geplant und sind dann erschöpft in unser  Bett gefallen.

Ich bin ja eher die Frühaufsteherin und ich liebe es zu Frühstücken! Der Wetterbericht hatte eigentlich für das ganze Wochenende schlechtes Wetter gemeldet, aber siehe da – strahlender Sonnenschein! Also machten wir uns direkt nach dem Duschen auf zum Frühstücksbuffet. Auch hier hat es an Nichts gefehlt. Es war ein Paradies für alle Frühstücksliebhaber, wie mich. Von verschiedenen Variationen an Eiern, Sonntags sogar Weißwurstfrühstück, über Wurst und Käseplatten, Lachs, verschiedene Joghurtsorten, Kuchen, Törtchen, Smoothies, Obst und selbst gemachten Marmeladen – da blieben wirklich keine Wünsche offen! Und all das durften wir am Sonntag sogar bis 12.00 Uhr genießen. Also, der Bauch war voll und nun ging es für uns los, die Umgebung erkunden.

Wenn ihr ab zwei Nächten in dem Arabella Brauneck Hotel eincheckt, bekommt ihr eine Gästekarte Plus dazu.

Was ist die Gästekarte Plus?

Mit der Gästekarte Plus könnt ihr viele Attraktionen in der Umgebung kostenlos nutzen oder habt eine Vergünstigung. Hier ein paar Beispiele (bei Weitem nicht alles):

All-inklusiv einmalig:

  • eine Berg- und Talfahrt mit der Brauneck-Bergbahn
  • Eine Fahrt im Wert von 8 € mit der Blombergbahn

Unbegrenzter freier Eintritt (1x pro Tag):

  • Erlebnisbad Isarwelle
  • Eintritt in den Falkenhof Lenggries
  • Naturfreibad
  • Heimatmuseum

Wir nutzten gleich die Chance und sind mit der Brauneck-Bergbahn zur Gipfelstation rauf gefahren. Für Rodler und Skifahrer ist diese Region im Winter ein absoluter Traum! Es gibt so unglaublich viele Pisten, was die Sache um einiges abwechslungsreicher und spannender macht. Für die Wanderer gibt es ebenfalls sehr viele Möglichkeiten den Berg sowohl im Winter als auch im Sommer zu Fuß zu erkunden. Leider reicht ein Tag nicht aus, um all diese Wege zu entdecken. Wir entschieden uns auch auf Grund des Schnees für die Tölzer Hütte und anschließend den Brauneck Gipfel. Die Sonne strahlte aus voller Kraft, aber gleichzeitig kam die Wolkenfront immer näher.

Gegen Mittag fuhren wir zum Sylvensteinspeicher, ein Stausee gerade einmal 15 Minuten Fahrt von Lenggries entfernt. An einem Parkplatz direkt bei der Brücke hielten wir an und machten uns auf den Weg zum Ufer. Wunderschön erhoben sich die Berge im Hintergrund und wir konnten uns von dem Anblick kaum satt sehen!

Diese Ziele erreicht ihr vom Hotel aus in höchstens einer Stunde Fahrt:

  • Sylvensteinspeicher
  • Brauneck
  • Achensee
  • Freilichtmuseum
  • München
  • Schloss Herrenchiemsee
  • Tegernsee
  • Spitzingsee
  • Zugspitze/Eibsee
  • Minigolfen
  • Rodeln
  • Wandern
  • Skifahren
  • Schlittschuhlaufen
  • Nordic-Walking
  • Golfen

Also ihr seht, ein Wochenende reicht definitiv nicht aus, um alles erleben und entdecken zu können! Am Nachmittag wurde das Wetter langsam schlechter und wir kehrten in dem „Café Schwarz“ direkt in der Straße vom Hotel, auf einen leckeren Käsekuchen ein. Den Abend haben wir dann in der hoteleigenen Sauna ausklingen lassen.

Apropos schlecht Wetter…am Sonntag stand eigentlich Rodeln am Blomberg auf dem Programm. Leider war es super nebelig bzw. bewölkt und ungemütlich, sodass wir uns für das Erlebnisbad entschieden. Tiefen entspannt ging es für uns dann leider mit sehr viel Stau wieder nach Hause.

Nun noch ein paar Infos zu unserem Hotel:

Also, das Arabella Brauneck Hotel liegt ca. 60km entfernt von München, zentral in Lenggries. Das Personal ist super freundlich und für alle Hundebesitzer – Hunde sind erlaubt! Auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist Lenggries super erreichbar, da der Bahnhof fast vor der Haustüre liegt.

Was ich wirklich toll finde, ihr könnt euch E-bikes, Walkingstöcke, Schlitten und vieles mehr direkt vor Ort leihen. Das Hotel hat wie oben schon genannt, einen wunderschönen kostenlosen Saunabereich und ein Fitnessstudio. Im Sommer öffnet das Hotel auch seinen eigenen Biergarten, sodass ihr das tolle Wetter draußen genießen könnt.

Ihr merkt, hier ist einiges geboten, sowohl im Hotel direkt als auch in der Umgebung. Langweilig wird hier definitiv Niemanden! Wir möchten uns hier noch einmal bei dem gesamten Team des Arabella Brauneck Hotel bedanken, dass ihr uns dieses wundervolle Wochenende bei euch ermöglicht habt. Wir kommen wieder!

Eure Lisa 🙂

Dieser Blogbeitrag entstand in Kooperation mit Arabella Brauneck Hotel

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Der Watzmann und seine sieben Kinder

Der König Watzmann – laut einer Sage ein fieser Thyrann, der auf Grund dessen mit samt seiner Frau und seinen sieben Kindern von Gott versteinert wurde. Für uns im Mai eine 4-tägige alpine Erfahrung, die wir so schnell nicht wieder vergessen werden.

Mit unseren guten Freunden im Gepäck, die genauso abenteuerlustig und wanderverrückt sind wie wir, machten wir uns Ende Mai an einem Freitagnachmittag auf den Weg Richtung Schönau am Königssee. Dort übernachteten wir auf einem Campingplatz direkt in Schönau. Kaum angekommen, hat es auch schon das Regnen angefangen – Klassiker. Nachts wurde es auch nicht besser und es hat keine 2 Stunden gedauert bis aus unserem Trekkingzelt unser ganz persönlicher Privatpool wurde. Na toll! Das Wasser steht einem gefühlt bis zum Hals, raus aus dem Zelt konnten wir leider auch nicht denn, wo sonst hin? Wir waren keinen halben Tag dort und ich wollte am liebsten schon wieder nach Hause. Naja was will mach machen? Meine Beine fest umschlungen saß ich geschlagene 4 weitere Stunden im Zelt. Wippend. Und summend wohl gemerkt.

Tag 1: Schönau am Königssee – Watzmannhaus; ca. 9km; ↑1320Hm; 5h

Am nächsten Morgen sah die Welt schon wieder ganz anders aus. Völlig erschöpft, übermüdet und durchnässt aber voller Vorfreude machten wir uns auf den Weg. Unser Auto durften wir am Campingplatz stehen lassen, sodass wir uns die Parkgebühr von 5€ pro Tag sparen konnten. Warm eingepackt und voller Motivation liefen wir los. Keine 15 Minuten später (auf der Höhe der Bobrodelbahn) legten wir schon die erste Pause ein, um uns von unseren unzähligen Klamottenschichten zu befreien. Weiter auf dem Wanderweg 443 ging es Richtung Grünstein zur Kühroint-Alm. Der Morgennebel verzog sich so langsam und es herrschte eine unglaubliche Lichtstimmung.

Ich bin froh, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, dass der Weg zur Kührointalm ein Spaziergang war im Gegensatz zu dem, was uns die nächsten Tage noch erwarten wird. Nach der Kührointalm, in der man sich durchaus sein erstes Radler gönnen kann, geht es weiter zum Falzsteig (Wanderweg 442). Ja, richtig. Steig. Bei meinem Herzensmann stellen sich leider heute immer noch die Nackenhaare auf, wenn er dieses Wort hört. Also ich kann euch beruhigen. Es ist in dem Sinn kein Steig, bei dem ihr große Erfahrung oder gar eine Ausrüstung braucht. Ihr solltet jedoch schwindelfrei und trittsicher sein, denn der Weg ist teilweise mit Drahtseilen gesichert. Habt ihr den Falzsteig überwunden kommt ihr auch schon wieder auf einen „normalen“ Weg.

Watzmann1

Hier weiter oben hingen die Wolken noch ziemlich dicht und die Sicht war nicht sonderlich gut. Bei gutem Wetter könnt ihr schon ab der Kührointalm das Watzmannhaus sehen. Wir haben es leider wirklich erst entdeckt als wir 2 Meter davor standen. In den Serpentinen Richtung Watzmannhaus müsst ihr jetzt noch einmal alle eure Kräfte zusammen nehmen. Es kommt noch einmal eine ziemlich einfache drahtseilversicherte Stelle und dann habt ihr es auch schon geschafft. Vor euch ragt das Watzmannhaus auf 1928Hm in seiner vollen Pracht!

Tag 2: Watzmannhaus – Wimbachgrieshütte; ca. 14km; 6h;1300Hm; ↑ 725Hm

Hocheck

Nach einem leckeren Frühstück ging es für uns bei Sonnenschein los Richtung Wimbachgrieshütte. Wer möchte, kann direkt am Morgen noch auf das Hocheck laufen. Er ist von allen Watzmanngipfeln der einfachste zu besteigen, sollte jedoch trotzdem nicht unterschätzt werden. Der Weg geht direkt am Watzmannhaus los und der Aufstieg dauert ca. 1,5 Stunden. Wir haben allerdings diesen Teil ausgelassen und sind den gleichen Weg wie am Vortag Richtung Falz-Alm (1600Hm) wieder abgestiegen. Leider muss man an diesem Tag wieder komplett die 1300Hm absteigen. Danach bogen wir Richtung Mitterkaseralm ab und gelangen hinunter zur Wimbachklamm. Im Tal unten angekommen legten wir erst einmal eine Mittagspause ein. Wir kehrten in eine Wirtschaft ein und gönnten uns ein kühles Radler (was sonst?). Die Sonne brannte heute nur so vom Himmel. Bei der Wimbachklamm kann man entweder geradeaus dem Weg folgen oder links über die Klamm weiter laufen. Wir haben die 1,50€ Eintritt gezahlt und die kleine aber schöne Klamm auf unserer Wanderung mitgenommen. Nun geht es sehr lange entlang des Flusses auf einem Schotterweg weiter. Der Fluss lud an diesem warmen Tag gerade zu zum Baden ein. Wohlgemerkt wir hatten erst Ende Mai. Das Wimbachschloss lädt noch einmal zu einer Pause ein, bevor ihr weiter im Tal entlang wandert. Es ist eine atemberaubende Kulisse  –   das kiesbedeckte Tal, umschlossen von den Bergen. Wenn ihr die Augen offen haltet, könnt ihr wie wir ein paar Gämse und andere Tiere entdecken.

An der Hütte angekommen, passierte etwas womit wir nicht gerechnet hatten. Die Hütte war voll! Sie ist nicht wie die anderen Hütten vom Alpenverein, sondern von den Naturfreunden und im Vergleich relativ klein. Der Hüttenwirt wollte uns wegschicken, doch wir waren fix und fertig und es wurde langsam schon spät (wir hätten es nie ins Tal zurück geschafft). Also gönnten wir uns erstmal 1,2,…4 Radler und warteten. Da ein Hüttenwirt die Wanderer ab einer bestimmten Uhrzeit nicht mehr fort schicken darf, hatten wir Glück und bekamen letztendlich doch noch unsere Schlafplätze. Ihr müsst einfach nur Geduld haben, viele Wanderer sind nämlich tatsächlich dann wieder gegangen.

Tag 3: Wimbachgrieshütte – Kärlingerhaus; ca. 11km; 9h; ↓800Hm; ↑1100Hm

An diesem Tag erwartete uns die härteste aber beeindruckendste Etappe der Watzmannumrundung. Zunächst ging es mäßig steil voran. Doch schnell merkten wir, dass der Weg immer anstrengender wird. Die Wege werden schmaler und es muss eine kleine Brücke am Berghang passiert werden. Die Sonne brannte auch heute wieder gnadenlos auf unsere Köpfe. Vom Trischübel kann man einmal über das ganze Wimbachgriestal sehen und ich muss sagen, es war beeindruckend! Anschließend kommt man in die Hundstodgrube, bei der wir auch unsere längere Pause einlegten und wieder einmal ein paar Gämse beobachteten. Das lustige an diesem Tag war, dass wir dachten, dass der schlimmste Anstieg nun hinter uns liegt. Im folgenden möchte ich euch keineswegs demotivieren aber ich bin ehrlich: mit Kindern würde ich NIEMALS diese Wanderung machen (dies wurde einige Male im Internet als Familienwanderung empfohlen). Bei uns lag noch so viel Schnee, dass wir die Markierungen kaum erkennen konnten. Und jetzt wurde es erst richtig hart. Als wir sahen, wo wir rauf müssen, wären wir glaube ich am liebsten alle wieder umgekehrt. Die nächsten Stunden waren wirklich das Härteste, was ich je erwandert bin.

Die ganzen nächsten Stunden sind wir keiner Menschenseele begegnet. Erst als wir schon Richtung Hundstodgatterl blicken konnten, sahen wir in der Ferne 2 Menschen und wussten Gott sei Dank in welche Richtung wir laufen sollen. Die Tagestour zog sich ziemlich in die Länge. Das Steinerne Meer beeindruckte uns mit seiner Weite und ganz klein konnten wir das Ingolstätter Haus sehen. Wir haben auch ganz viele Murmeltiere entdeckt! Der Abstieg war fast noch härter als der Aufstieg und ich bin einige Male in die hüfttiefe Schneedecke eingekracht und musste mich erst einmal wieder aus den Felsspalten befreien. Nach insgesamt 9 Stunden und absolut erschöpft, sahen wir vor uns das Kärlingerhaus am Funtensee liegen. Bezaubernd schön!

Tag 4: Kärlingerhaus – Königssee; ca. 8km; 1080Hm; ↑ 50Hm; 3h

Der Weg vom Kärlingerhaus führt hinunter durch die Saugasse. Das ging ziemlich auf die Knie aber es war in dem Sinn kein anstrengender Weg. Weiter durch den Wald geht es direkt hinunter zum Königssee nach St. Bartholomä. Ja, klingt an sich nach einem sehr entspannten letzten Tag. Allerdings hatte ich den ganzen Tag zuvor keine Sonnenbrille auf und wurde in der Nacht wach, weil meine Augen so sehr schmerzten. Ja, tatsächlich habe ich mir eine „Schneeblindheit“ zugezogen. Ich hatte wirklich noch nie solche Schmerzen in meinem Leben und ich war blind, also ich konnte meine Augen auch überhaupt nicht öffnen. Meine Freundin hatte unendliche Schmerzen in den Füßen und so machten wir uns auf zum Abstieg. Ich glaube wenn uns jemand gesehen hätte, hätte er gedacht wir haben sie nicht mehr alle. In St. Bartholomä ging es für uns dann mit dem Boot wieder nach Schönau rüber. Das kostet um die 8€ und dauert ca. 35 Minuten.

Fazit:

Es war die schönste, anstrengendste aber atemberaubendste Hüttentour die wir je gemacht haben. Ich kann sie jedem empfehlen der etwas Bergerfahrung und Trittsicherheit mitbringt. Wir sind Mitglieder im Alpenverein, was ich auch nur jedem empfehlen kann, da ihr in den Hütten Vorgang habt, die Übernachtung um die Hälfte günstiger ist (ca. 10€ p.P.) und ihr seid versichert. Am besten reserviert ihr euch auch alle Hütten vor und macht die Tour nicht alleine. Ansonsten: packt eure Rucksäcke und viel Spaß!